Zu dem Thema Anthroposophie allgemein

Essen Anthroposophen nur Körner?

Anthroposophen sind von ihrem Grundverständnis her gegen jede Zwangsmaßnahme, die die Freiheit individueller Entscheidungen einschränkt. Also das „nur“ ist definitiv falsch. Von ihrer Vorstellung über wesensgerechter Ernährung wird für eine gewisse Gruppe von Menschen der vermehrte Verzehr von Gräser-Samen („Körner“, Cerealien) sehr empfohlen.

Sind Anthropsophen Rassisten?

Schauen Sie sich die weltweite Arbeit von Anthroposophen einfach an und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

War Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, ein Rassist?

Es gibt tatsächlich einige Äußerungen von Steiner, die er im Rahmen seiner sehr umfangreichen Vortragstätigkeit in bestimmten Zusammenhängen vermutlich (leider gibt es von Steiners Vortägen nur mitstenographierte Protokolle, die Steiner aus Zeitmangel nicht auf Fehler überprüfen konnte) geäußert hat, die nach heutigem Sprachverständnis als rassimusverdächtig angesehen werden könnten. Aber 1. war das Sprachverständnis vor ca. 100 Jahren ein völlig anderes, denn man ging damals auch in der Wissenschaft von rassenbedingten Unterschieden zwischen Menschen aus. In aller Regel waren Schilderungen zu typischen Unterschieden zwischen Menschen rein beschreibend und keineswegs unterdrückend gemeint. Forscht man in den Äußerungen von berühmten Zeitgenossen Steiners nach ähnlichem Sprachgut, würde man massenweise fündig. 2. Hat sich gerade Steiner z.B. zum Thema Evolution vehement GEGEN jede Form von rassenbedingten Denkens starkgemacht. Es gehörte sogar zum wesentlichen Teil seiner Lebensaufgabe, solches Denken zu bekämpfen. Fazit: Der Rassismusvorwurf ist im höchsten Grade absurd, wird von einigen unter Umgehung jeglichen kritischen Verstandes reflexartig nachgebetet und von einigen wenigen Menschen wider besseren Wissens, aus ihren Eigeninteressen heraus benutzt, um Steiner und mit ihr auch die gesamte anthroposophische Bewegung schlecht zu machen.

Sind Anthroposophen überhaupt Christen?

Ja, und mit Nachdruck ja. Aber in einigen wichtigen Details unterscheidet sich die anthroposophische Vorstellung des Christentums deutlich von den „Standard-Kirchen“ wie katholische – oder evangelische Kirche. Ein Detail macht es besonders deutlich, nämlich der Glaube an Karma und Reinkarnation.

Stammen nur die Anthroposophen nicht vom Affen ab?

Hier wird die Grundannahme der Anthroposophie angesprochen, dass der Mensch Bewohner zweier Welten ist. Einmal der physischen Welt, dort unterliegt der Körper den Abhängigkeiten, wie sie von der Naturwissenschaft beschrieben wird u.a. der Evolutions-Lehre. Als Bewohner der zweiten – der geistigen Welt aber ist der Mensch (nicht der Physische) Ur-Patrize allen Seins, also auch der nachrangigen physischen Welt. In der geistigen Welt ist das Mensch-Sein  ein „Vorbild“ (Idee), sogar bei der Schaffung der gesamten physischen – aus der geistigen Welt (sonst gäbe es keine Entsprechung: wie oben, so unten). In der physischen Welt hat sich der Mensch, später als der Affe, als Letzter inkarniert.

Sind Anthroposophen Teufelsanbeter?

In der Tat nimmt der Teufel in dem anthroposophischen Welt- und Menschenbild eine wichtige Rolle ein. Aber natürlich nicht als anbetungswürdig, sondern in seiner Eigenschaft als Versucher, Verführer, dem zu widerstehen erst den freien Willen des Menschen herausfordert.

Ist die Anthroposophie nicht schon längst überholt?

Sie ist in etwa so alt, wie die Psycho-Analyse, der Marxismus, die Quantenphysik oder die Evolutionstheorie. Nach anthroposophischem Verständnis, steht sie aber erst am allerersten Anfang ihrer Entwickelung, Bedeutung und Aufgabe für die nächsten ca. 3000 Jahre. Die heutige Zeit ist „nur“ sehr entscheidend dafür wie „stark“ (je „stärker“ desto besser) sie ihren Einfluss auf die nächsten Schritte der Menschheitsentwickelung ausüben kann.

Betreiben Anthroposophen schwarze Magie?

Wenn man betrachtet, wie anthroposophische Bauern homöopathische Präparate in Kuhhörner gefüllt im Acker vergraben, wie uralte vorchristliche Jahreszeitenfeste gefeiert und wie im anthroposophischen Alltag mit Symbolen und Riten umgegangen wird, könnte ein oberflächlicher Blick eines Beobachters meinen, in anthroposophischen Gemeinschaften eine verschworene Gruppe mystisch, magischer (aber wenn schon, dann weiß-magischer) Weltverbesserer zu sehen. Die Weissheitspriester in der Zauberflöte gäben dazu ein passendes Bild ab. Die Anthroposophen empfinden sich in der Nachfolge einer viel-jahrtausend-alter Geistesgeschichte, die aber an die Erfordernisse des modernen Menschen angepasst werden muss. Das bedeutet, dass uralte Weisheiten (Weistümer), die damals von den Menschen nur unbewusst und bildhaft in tiefster Trance aus den geistigen Welten empfangen wurden, heute mit Wissenschaft und Forschung, dafür aber voll bewusst, der geistigen Welt abgerungen werden müssen.

Ist die Anthroposophie eine religiöse Sekte?

Die Anthroposophie ist stark im christlichen Glauben verwurzelt. Ihr erklärtes Ziel ist aber die freie Entfaltung des Individuums. Da eine Sekte in aller Regel ihre Mitglieder unfrei und abhängig macht, ist die Anthroposophie das Gegenteil einer Sekte.

Ich sammele noch Fragen!

 

Eine Antwort auf Zu dem Thema Anthroposophie allgemein

  1. nele sagt:

    Tolle Seite mit interessanten Fragen und noch interessanteren Antworten. Gefällt mir gut. :)

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